Ja man kann über diesen Winter sagen was man will. Er ist zu kalt zu nass zu windig eines ist er garantiert nicht: langweilig. Denn Ende Januar machten sich sechs wild entschlossene Schachbrett-Pistoleros aus Oranienburg und Umgebung ins entfernte Ingolstadt auf, um den bayrischen Nachbarn zu zeigen wie man richtig Schach spielt.
Doch zuerst mussten wir uns erstmal bei ca. -9°C auf den Weg machen und uns auf eisigen Straßen die zudem noch von dem ein oder anderen Stau geprägt waren den Weg gen Süden bahnen. Auf der Mitte der Strecke, stärkten wir uns mit einem üppigen Mahl. Die Stimmung vor dem Turnier war gut und voller Vorfreude auf das bevorstehende Event. Aus den Lautsprechern erklang qualitativ hochwertige Musik, die nur von ausgelassenen Gesprächen zeitweise unterbrochen wurde. Ich mochte fast meinen ich befände mich mitten im Frühling so warm wurde mir ums Herz und ich denke den anderen Mitreisenden ging es genauso. Die Reisegruppe bestand aus dem Verfasser dieser Zeilen (Stefan „Ikarus“ Tschirswitz), dem wackeren Fahrer des Mannschaftsbusses (Wolfgang „Wolle“ Tschirswitz), den beiden Vereinsneulingen (Helen und Heiko von Wegerer), dem 1. Vorsitzenden (Christopher „Chris“ Luthardt) und dem erfahrenen Russlandexperten Ihor „Roshen“ Ivashchenko.
Nach ca. 7 Stunden erreichten wir am späten Abend das oberbayrische Ingolstadt und richteten uns erstmal häuslich in unserer angemieteten Wohnung ein. Danach ging es gleich vorbereitungsgemäß auf dem Schachbrett zur Sache und wir spielten einige lockere Partien bei denen vor allem Wolfgang hervorstach und alle Kontrahenten besiegte.
Irgendwann verkrochen wir uns jedoch auf unsere Matratzen um mit voller Energie das Turnier am nächsten Tag beginnen zu können.
- Turniertag
Nach einem kleinen Frühstück und der täglichen Morgenpflege, machten wir uns zum Spielort ins Maritim Ingolstadt auf. Alle Anmeldungen wurden erfolgreich abgeschlossen, so dass wir alle auch die erste Runde antreten konnten. Um 10 Uhr war es dann endlich soweit und das Turnier konnte im großen Hotelsaal beginnen.
Wir als SC Oranienburg nahmen an folgenden Gruppen teil: Gruppe G (Wolfgang Tschirswitz, Helen von Wegerer und Heiko von Wegerer) Gruppe F (Stefan Tschirswitz) Gruppe E (Ihor Ivashchenko) und Gruppe D (Christopher Luthardt)
- Runde
Betrachten wir zunächst Gruppe G.
Wolfgang Tschirswitz vs. Dr. Mustafa Özkurt
Wolfgang spielte mit weiß das Londoner System und kam gut aus der Eröffnung. Im Mittelspiel konnte er den Materialabtausch so gestalten, dass er zwei Bauern gewann. Diese behielt er bis ins Endspiel und konnte so den Druck auf seinen Kontrahenten erhöhen. Durch ein Abzugsschach gewann er dann noch einen gegnerischen Turm und sein Gegner gab kurz danach auf.
Helen von Wegerer vs. Siegbert Humenda
Für Helen war es ihr erstes Turnier auf Vereinsebene, dementsprechend war sie auch etwas nervös. Aber diese Nervosität wurde ihr durch die charmante und witzige Art ihres Gegners schnell genommen. Nach der Eröffnung entwickelte sich eine ungewöhnliche Stellung auf dem Brett. Helen sagte danach: „So eine Stellung habe ich auf dem Brett noch nie gesehen.“ Durch die leichte „Unordnung“ auf dem Brett waren wohl beide Spieler froh, dass der jeweils Andere nicht die Oberhand gewinnen konnte. Beide einigten sich am Ende auf ein leistungsgerechtes Remis.
Heiko von Wegerer vs. Sofia Strielnikova
Für Heiko war es ebenfalls das erste Turnier überhaupt. Und er hatte noch einige Probleme mit den Spielabläufen wie er später sagte. Das richtige Ausfüllen des Partieprotokolls, das Drücken der Uhr und dann auch noch unter einem gewissen Zeitdruck das Finden der richtigen Züge. Zum Glück hatte er in der jungen Sofia eine verständnisvolle Gegnerin, die ihn bei den ungewohnten Abläufen etwas unter die Arme griff. Doch so verständnisvoll sie neben dem Brett war, so effektiv war sie auch auf dem Brett. Heiko schaffte es bis ins Endspiel, aber seine Gegnerin errichtete eine undurchdringliche Blockade und setzte Heiko letztendlich nach 39 Zügen matt.
Gruppe F
Stefan Tschirswitz vs. Martin Kasperzyk
Ich spielte meine erste Partie mit schwarz gegen die englische Eröffnung. Ich war nominell favorisiert und war doch überrascht über das teilweise dominante Spiel meines Gegners. Dieser konnte aus der Eröffnung heraus positionell ordentlich Druck entwickeln. Eine Herausforderung die ich gerne annahm. Im Verlauf des Mittelspiels konnte ich, durch Materialabtausch, diesen Druck stoppen und entwickelte im Endspiel mehrere taktische Drohungen und gutes Gegenspiel. Martin war jedoch zäh wie Leder und fand selbst unter Zeitdruck Verteidigungszüge, die mich genug beschäftigten. Das Spiel dauerte mehr als 5 Stunden und am Ende einigten wir uns auf Remis, trotz zwischenzeitlich zwei Mehrbauern im Endspiel. Schade, aber auch Respekt an meinen Kontrahenten, der zu keinem Zeitpunkt aufgab.
Gruppe E
Ihor Ivashchenko vs. Justus Kindermann
Ihor spielte mit schwarz und beide Seiten kamen gut aus der Eröffnung, ohne dass ihnen Fehler unterliefen. Der erste große Fehler sollte auch zeitgleich der Spielentscheidende sein. Ihors Gegner unterlief ein taktischer Fehler, wodurch der Oranienburger materiell einen Turm in Vorteil geriet. Nach 32 Zügen gab Ihors Gegner in aussichtsloser Stellung auf.
Gruppe D
Christopher Luthardt vs. Daniel Fridlin
Für den Routiniertesten unter den Oranienburgern verlief die erste Partie nicht optimal. Mit schwarz spielend hatte er allerhand Probleme dem späteren Gruppensieger auf dem Brett Paroli zu bieten und verlor folgerichtig die erste Partie. Doch Chris nahm es sportlich und erkannte die Leistung seines Gegners an. In diesem Aufeinandertreffen, war sein Gegner einen Tick besser.
2. Runde
Am Nachmittag um 15Uhr folgte nun die zweite Runde. Nach einer kleinen Stärkung an der Hoteltheke ging es für uns auch gleich wieder zur Sache.
Gruppe D
Christopher Luthardt vs. Wolfgang Clemens
Chris schien in seiner ersten Partie noch nicht sein ganzes Pulver verschossen zu haben, denn er spielte, mit weiß seinen Gegner in der zweiten Partie regelrecht schwindelig. Dieser erwiderte Chris‘ Eröffnung mit Caro Can. Chris war jedoch in Spiellaune und machte aus der Stellung seines Gegners Kleinholz. Der erste Sieg für Chris.
Gruppe E
Ihor Ivashchenko vs. Georg Derr
Auch die zweite Partie Ihors begann mit einer ausgeglichenen Eröffnung. Lange Zeit konnten weder er noch sein Gegner einen entscheidenden Vorteil erlangen. Im 39. Zug gewann Ihor jedoch die Qualität und kurz danach einen Freibauern, der die gegnerische Dame durch eine Umwandlungsdrohung fesselte. Ihor dagegen hatte zwei aktive Türme plus seine Dame auf offenen den offenen Linien und konnte so frei agieren. Sein Gegner gab dann nach 62 Zügen die Partie auf und Ihor beendete den ersten Tag mit 2 aus 2 Punkten.
Gruppe F
Stefan Tschirswitz vs. Gerald Kretzschmar
Mit Beginn meiner zweiten Partie hatte ich immer noch einen dröhnenden Schädel von der ersten Partie, die für mich sehr kräftezehrend war. Dementsprechend mühsam schleppte ich mich ans Brett zur zweiten Runde. Mein Gegner signalisierte von Anfang an, dass er nicht auf Gewinn spielte. Er versuchte jede Drohung zu parieren und dies gelang ihm in der Eröffnung auch. Mit Beginn des Mittelspiels jedoch konnte ich folgenlos einen Bauern gewinnen. Bei diesem Materialverhältnis blieb es bis zum Ende des Spiels. Ich führte die Stellung durch Materialabtausch in ein gewonnenes Bauernendspiel über. Nach 49 Zügen gab mein Gegner schlussendlich auf, als er meinen Mehrbauern nicht mehr an der Umwandlung hindern konnte.
Gruppe G
Heiko von Wegerer vs. Manuel Schulz
Auch die zweite Partie Heikos war bei ihm noch von einiger Nervosität geprägt, wie er uns später sagte. Jedoch nahm auch sein zweiter Gegner die Sache gelassen und half Heiko bei dem einen oder anderen Fehler beim Aufschreiben usw. Die Partie entwickelte sich zwar anfangs noch ausgeglichen, aber auch Heikos zweiter Gegner konnte ihn am Ende überrumpeln und Heiko verlor folgerichtig seine Partie. Er ließ sich dadurch jedoch nicht unterkriegen und sah den ersten Turniertag einfach als „Warm-Up“ für die Spiele die folgen sollten.
Helen von Wegerer vs. Peter Damrich

Helens zweite Partie entwickelte sich ganz anders als ihre erste. Im Gegensatz zur wilden ersten Partie berichtete sie uns von einer größtenteils ruhigen und ausgeglichenen Partie von Anfang bis Ende. Keine der beiden Seiten konnte entscheidenden Vorteil generieren. Das Resultat war dann logischerweise auch Remis. Damit war unser junger Turnier-Neuling am ersten Tag ungeschlagen geblieben. Respekt dafür!
Wolfgang Tschirswitz vs. Sofia Strielnikova
Heikos Gegnerin aus der ersten Runde war nun Wolfgangs Gegnerin in Runde 2. Wolfgang wollte natürlich auch unbedingt seine zweite Partie gewinnen, aber Sofia ließ sich nicht einfach abkochen und fand auf die Drohungen von Wolfgang immer wieder die passende Antwort. Am Ende gab es diverse Zugwiederholungen und beide Spieler einigten sich auf Remis.
Damit war für uns der erste Turniertag beendet und wir liefen zu Fuß Richtung Unterkunft. Auf dem Rückweg holten wir noch einige Zutaten für unser abendliches Festmahl, welches wir in einer wohlkoordinierten Teamaktion gemeinsam zubereiteten. Die Stimmung war trotz der gemischten Ergebnisse sehr gut. Jeder trug einen kleinen Teil dazu bei und auch wenn jeder am Brett alleine kämpfte, so war es doch spürbar, dass wir neben dem Brett ein echtes Team waren.

2. Turniertag
Nach dem kräftezehrenden ersten Turniertag begann der zweite Turniertag eine Stunde früher. Um 9Uhr begann bereits die nächste Partie für uns also machten wir uns schnell auf die Socken, um pünktlich am Spielort zu sein.
3. Runde
Gruppe D
Christoppher Luthardt vs. Tobias Füchslin
Christopher schien entspannt in den Tag starten zu wollen. Der erfahrene Turnier-Routinier wusste genau, dass so ein Turnier durchaus auf die mentale Kondition gehen kann. Offenbar traf er auf einen Gegner, der Ähnliches im Sinn hatte und beide Spieler einigten sich nach bereits 14 Zügen auf Remis. Das war durchaus als Erfolg zu werten, denn sein Gegner hatte mehr als 100 DWZ-Punkte mehr auf dem Konto.
Gruppe E
Ihor Ivashchenko vs. Lev Elkin
Die Partie verlief bis ins Endspiel ausgeglichen, wobei sich Ihors Gegner solide verteidigte und versuchte, Gegenspiel zu entwickeln. Im Endspiel erhielt Ihor jedoch einen Freibauern, weshalb sein Gegner gezwungen war, seinen letzten Springer zu opfern. Die Bauernstruktur seines Kontrahenten war durch Ihors Bauern blockiert, die vom Läufer unterstützt wurden. Ein weiteres Vorrücken der Bauern hätte zu Materialverlusten geführt und das reichte aus um Lev Elkin zur Aufgabe zu bewegen. Wieder ein Sieg für Ihor, der damit 3 aus 3 Punkten vorweisen konnte.
Gruppe F
Stefan Tschirswitz vs. Max Deml
Meine dritte Partie werde ich wohl noch lange in Erinnerung behalten. Selten habe ich einen Spieler erlebt, der mit einer DWZ von unter 1400 (1377) so stark spielte. Ich mit meiner DWZ von 1436 hielt jedoch gekonnt dagegen. Die Eröffnung und das Mittelspiel waren durch gutes Positionsspiel und taktische Fallstricke gekennzeichnet. Wirklich spannend war dann aber das Endspiel. Wir beide hatten einen Freibauern den wir umwandeln wollten und waren beide eingeschränkt durch die drohende Umwandlung des gegnerischen Bauern. Ich entschied mich dann meinen Freibauern zu opfern, um den Freibauern meines Gegners einzukassieren. Max bot Remis, ich lehnte jedoch ab. Danach verlor ich einen Bauern und bot Remis, dieses Mal lehnte mein Gegner ab. Danach bekam ich durch einen positionellen Fehler plötzlich ordentlich Spiel im Zentrum mit König Läufer und einem weiteren Freibauern. Wieder bot mein Gegner Remis, ich lehnte abermals ab. Mein Gegner verlor dann die Geduld und opferte seine letzte Offiziersfigur um diesen Bauern auszuschalten. Ich hatte zwar noch einen Bauern, aber dies war durch diverse Zugabfolgen ein Randbauer und mein Läufer konnte nicht das Umwandlungsfeld abdecken. Logische Folge: ich bot Remis und musste einsehen, dass ein Sieg in dieser Partie nicht mehr drin war. Mein Gegner nahm dieses Mal an.
Gruppe G
Wolfgang Tschirswitz vs. Markus Heigl
Wolfgang hatte sich nach seinem guten erste Turniertag viel vorgenommen. Doch seine Motivation war wohl zu groß, denn er wollte in diesem Spiel zu schnell zu viel. Bevor er rochierte griff er mit seinem B-Bauern an. Ein Fehler den sein Gegner konsequent ausnutzte. Der weißfeldrige Läufer konnte Wolfgangs Bauernstruktur vollkommen zerstören und Markus Heigl errang so einen nicht mehr aufzuholenden Vorteil. Das Spiel war aus Wolfgangs Sich nicht mehr zu halten und er gab auf.
Heiko von Wegerer vs. Dr. Mustafa Özkurt
Heiko startete konzentriert in den Tag und auch in die Partie, die anfangs noch ausgeglichen war. Doch Heiko wollte unbedingt gewinnen und konnte durch einige gegnerische Fehler, ein paar Tempi auf dem Brett gewinnen. Doch das Spiel von beiden war nicht perfekt und so geriet Heiko materiell in Nachteil. Als Reaktion darauf suchte er zu seinem Glück sein Heil in der Offensive und konnte seinem Gegner eine entscheidende Fehlentscheidung abringen. Die Folge Matt in zwei Zügen. Es war Heikos erster Sieg als Vereinsspieler überhaupt und er war heilfroh.
Helen von Wegerer vs. Eleonora Tamrazyan
Helen spielte wieder mit weiß und traf auf eine für sie sympathische Gegnerin neben dem Brett. Da sie am Vortag ungeschlagen blieb, wollte sie in dieser Partie natürlich zeigen was in ihr steckt. Und das gelang ihr auch. Sie eröffnete mit e4 und konnte ihre Gegnerin Stück für Stück in die Defensive drängen. Am Ende war auch der erste Sieg für Helen als Vereinsspielerin perfekt und das Glück der Familie von Wegerer war vollkommen.
4.Runde
Gruppe G
Helen von Wegerer vs. Magda Schulz
Doch wie es im Leben manchmal so ist, nach einem traumhaften Sieg und dem Rausch der Gefühle, folgt doch oft die Ernüchterung. Helens nächste Gegnerin machte es ihr deutlich schwerer und schien trotz ihres jungen Alters (ca. 10 Jahre) deutlich mehr Erfahrung auf dem Brett zu haben als Helens letzte Gegnerin. Es war nicht Helens Spiel und so verlor das Oranienburger Nachwuchstalent ihre erste Partie des Turniers. Sie war zwar geknickt, aber wir als Mannschaft konnte sie schnell wieder aufbauen. Verlieren will auch gelernt sein.
Heiko von Wegerer vs. Hanna Schulz
Heiko traf nach seinem ersten Turnierpunkt dagegen auf einen leichteren Gegner mit Hanna Schulz. Diese ließ sich zwar für ihre Züge ausreichend Zeit, war jedoch wohl etwas überfordert mit Heikos Angriffsideen. Nach bereits 20 Zügen war die Partie beendet und Heiko konnte seine junge Kontrahentin mattsetzen. Sein zweiter Sieg in Folge.
Wolfgang Tschirswitz vs. Robert Richter
Wolfgang war wohl an diesem Tag nicht ganz auf der Höhe seines spielerischen Könnens. Nach der Niederlage in Runde 3 unterlief ihm aus dem Nichts ein gravierender Fehler im Mittelspiel. Ohne Notwendigkeit stellte er seine Dame in dieser Partie einzügig ein und verlor damit auch die Partie. Es war wohl einfach nicht sein Tag.
Gruppe F
Nach dem zweiten Remis im dritten Spiel, nahm ich mir natürlich vor meine Weiß-Partie zu gewinnen. In Yuncheng Zhu bekam ich einen Gegner, der noch relativ jung war, aber der bis ins Endspiel gut mithielt. Als er jedoch im Turmendspiel völlig unnötig seine zwei Zentrumsbauern einstellte, war die Messe für ihn gesungen. Auch das Opfern seines letzten Turmes half ihm nichts mehr. Kurz darauf folgte das Matt.
Gruppe E
Ihor Ivashchenko vs. Frank Deckert
Die vierte Partie Ihors fand am 1. Brett statt. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit aktivem Figurenabtausch, was zu einem Endspiel mit ausgeglichenem Material führte. Die Figuren seines Gegners standen sehr gut koordiniert, und seine Stellung wirkte etwas bequemer für mögliche Angriffe. Als Ihors Gegner ihn in dieser nicht zu 100% angenehmen Siuation Remis anbot, nahm er dieses gerne an.
Gruppe D
Christopher Luthardt vs. Malte Krüger
Christophers vierte Partie war sehr taktisch geprägt. Chris wollte mit einer Gambit-Eröffnung seinen Gegner unvermittelt attackieren aber dieser parierte die Attacken geschickt und sorgte dafür, dass die Stellung immer komplizierter wurde. Beide Spieler wollten in dieser Stellung lieber kein weiteres Risko eingehen und einigten sich nach etwas mehr als 20 Zügen auf Remis.
3. Turniertag
Am letzten Tag ging es für Ihor und mich noch um einen der vorderen Plätze (1-7) für unsere anderen Mitstreiter zwar nicht mehr, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Wir standen und fielen die gesamte Reise gemeinsam und das fühlte sich einfach gut an. Doch nun zum Spielgeschehen.
Gruppe D
Christopher Luthardt vs. Ali Maha
Chris erreichte bisher im Turnier trotz eines hohen Gegnerschnitts sehr gute 2 aus 4 Punkten. Die Devise hieß also bloß nicht verlieren. Seine Kontrahentin hatte natürlich etwas dagegen. Es entwickelte sich ein langwieriger positioneller Kampf bei dem Chris leider am Ende das Nachsehen hatte. Trotz dieser Niederlage am Ende konnte er mit 2 aus 5 Punkte und einem DWZ-Plus aus dem Turnier gehen.
Gruppe G
Helen von Wegerer vs. Marina Bertram

Helen war nach ihrer ersten Turnierniederlage alles Andere als verunsichert. Sie wollte wohl aller Welt beweisen, dass sie richtig gut Schach spielen kann. Das bekam ihre nette Gegnerin deutlich zu spüren. Auch wenn Helen am Vortag noch verunsichert war, weil ihre Gegnerin in Runde 5 mehr als 1000 DWZ haben sollte, merkte man ihr das direkt am Brett nicht an. Keck wie junge Menschen manchmal sind, verzichtete sie nicht nur auf die Rochade, sondern opferte für einen fatalen Angriff auf den Königsflügel ihren Springer. Ihre Gegnerin sah dies nicht, schlug den geopferten Springer und wurde folglich im nächsten Zug mattgesetzt. 3 aus 5 Punkte und ihre erste DWZ von 1034 war die Belohnung für Helen.
Heiko von Wegerer vs. Eva Veit
Heiko bekam in seinem letzten Spiel ebenfalls eine nominell stärkere Gegnerin vor die Flinte. Da er während der Reise gesundheitlich angeschlagen war, ging er nicht mit dem absoluten Siegeswillen in das Match. Seine Gegnerin spielte gut und startete sehr gute Angriffe so dass Heiko lange überlegen musste, um diese Partie nicht zu verlieren. Er entschied sich daher es dieses Mal mit einer eher defensiven Spielweise zu versuchen. Die Folge war ein ausgedehnter Figurenabtausch und letztendlich ein Remis. Heiko erreichte so 2 ½ aus 5 Punkte und eine erste DWZ von 931. Glückwunsch dazu.
Wolfgang Tschirswitz vs. Alexander Noé
Wolfgang erlebte ja am Vortag die ultimative Turnierkatastrophe mit zwei Niederlagen. Am letzten Tag mobilisierte er in Runde 5 nochmal seine ganze Energie, um sich wenigstens mit einem Achtungserfolg aus dem Turnier zu verabschieden. Das Spiel war lange Zeit ausgeglichen. Beide Spieler tauschten zuerst einen Teil ihrer Bauern ab, bis sie zum allgemeinen Figurenabtausch übergingen. Dabei war Wolfgangs Gegner wohl etwas zu gierig und Wolfgang konnte in Folge dessen einen seiner Bauern erfolgreich umwandeln. Sein Gegner gab daraufhin auf. Immerhin ein Sieg am Ende und ordentliche 2 ½ aus 5 Punkte für Wolfgang.
Gruppe F
Stefan Tschirswitz vs. Erich Schäfer
Mit 3 aus 4 Punkten dachte ich, dass ein vierter Punkt mir gut zu Gesicht stünde und versuchte alles um dieses Ziel in meiner letzten Partie zu erreichen. Mein Gegner eröffnete mit e4 und ich war gut darauf vorbereitet. Schnell gewann ich einen Bauern in der Eröffnung und die Damen wurden vom Brett genommen. Leider habe ich danach nicht mehr so konzentriert weitergespielt und ließ es zu, dass mein Gegner den Bauern zurückgewinnen konnte. Doch statt seinen Stellungsvorteil weiter auszunutzen entschied sich Erich Schäfer zu einer Zugwiederholung. Ich war sichtlich überrascht und auch etwas traurig, da ich diese Partie unbedingt zu Ende spielen wollte. So endete sie jedoch bereits nach 21 Zügen und ca. 30 Minuten Spielzeit mit einem Remis. Immerhin konnte ich am Ende Platz 5 meiner Gruppe mit 3 ½ aus 5 Punkten und einer hohen Buchholzwertung erreichen. 30 DWZ-Punkte kamen auch noch dazu. Alles in Allem ein Erfolg für mich.
Gruppe E
Ihor Ivashchenko vs. Alexander Pickl
Der letzte im Bunde war nun Ihor. Für ihn ging es noch um den Gruppensieg. Seine Partie fand am 1. Brett statt. Die Partie blieb bis ins Endspiel ausgeglichen. Im Endspiel hatten beide Seiten Stellungen, in denen ein Angriffsversuch leicht zu Materialverlust und damit zu einer Niederlage hätte führen können. Daher einigten sich beide Spieler auf Remis. Ihor wollte zwar mehr in dieser Partie erreichen, das sah man ihm deutlich an, aber am Ende reichte auch dieses Remis für ihn um den Gruppensieg und einen coolen Pokal zu erringen. Herzlichen Glückwunsch von uns zu diesem wirklich schönen Erfolg.

Fazit:
Nach der letzten Runde gingen alle Schachbrett-Pistoleros vom SC Oranienburg noch ausgiebig etwas essen bevor wir an der gelungenen Siegerehrung des Turniers teilnahmen. Auch wenn nicht alle Wünsche nach Punkten DWZ und Preisen erfüllt werden konnten, so ist es vielleicht für manchen Spieler eine zusätzliche Motivation beim nächsten Turnier sich zu verbessern, um dann richtig abzuräumen. Es hat mir und ich denke auch allen anderen wirklich Spaß gemacht Teil eines harmonischen und energiegeladenen Miteinanders zu sein. So macht Schach einfach Spaß!

Stefan Tschirswitz (SC Oranienburg)
